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KONSTANZER KONZIL 1414 - 1418

LHB-2014

von l. n.r.: Andrea Piccioni, Christian Braun, Gesine Bänfer, Ian Harrison, David Yacus, Michael Metzler

"... und rittend die prusuner umb in der statt und hatten des küngs wappen an den prusunen und prusunotend alle zit."

So beschreibt Ulrich Richental in seiner Chronik des Konstanzer Konzils die Umritte von Köng Sigismund und seinem Gefolge. Schon beim Einritt der hohen Herren in die Stadt Konstanz ritten die Musiker und Herolde voraus und schlugen die Wappen ihrer Herren an die Häuser, in denen diese wohnen sollten. Beschäftigt man sich mit der Aufführung alter Musik, so hat man nicht nur mit den größten Komponisten des Mittelalters zu tun, sondern auch mit den großen Politikern und der geistlichen Elite, die die Komponisten zur Mehrung des eigenen Ruhmes finanzierten. Musik, Politik und Religion ließen sich im Mittelalter nicht trennen. Das Komponieren und Aufführen eindrucksvoller musikalischer Werke zur Ehre Gottes und zur Repräsentation großer Politiker und Geistlicher gehörte  ebenso zum Leben eines Komponisten, wie das Reisen als Musiker im Gefolge der Dienstherren zu den Schauplätzen der Macht. Der Komponist war immer auch ausführender Musiker. Die zahlreichen Messen während des Konzils wurden mit geistlichen Gesängen auf hohem professionellem Niveau umrahmt, vor den Kirchentüren aber repräsentierten sich die hohen Gäste zum himmlischem Schall und höllischem Lärm von Trompeten und Schalmeien.

"...do viengen all pfiffer und prosoner an pfiffen und prosonen so strenklich, das nieman sin aigen wort wol hören mocht..."

Mit dem Wort prusunen umschreibt Ulrich Richental alle trompetenartigen Blechblasinstrumente, die gebogenen S-förmigen Trompeten ebenso wie die Langtrompeten, die im mittelhochdeutschen auch Businen genannt wurden. Die namensverwandte Posaune wurde erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts entwickelt und war zur Zeit des Konzils noch nicht bekannt. Das Wort pfyfen umschreibt die Holzblasinstrumente, zu denen in Konstanz vorrangig die Schalmeien und Pommern zählten.

Anläßlich der Konzilsfeierlichkeiten haben Les haulz et les bas die S-förmigen Trompeten rekonstruiert und ein Programm zusammengestellt, das die Bläsermusik der Alta Capella repräsentiert, wie sie während des Konzils vor 600 Jahren erklungen haben mag. Sie spielen Kompositionen der großen mittelalterlichen Komponisten wie Guillaume Du Fay, der vermutlich als Chorknabe nach Kostanz kam und dort auch seine Kontakte zur anwesenden Malatesta Familie geknüpft haben könnte, von Antonio Zachara da Teramo, dessen Name seit 1413 in den Besoldungslisten des Gegenpapstes Johannes XXIII. auftauchte und der seit dem Konzil als verschollen galt; von Johannes Ciconia, dessen außergewöhnliche Mehrstimmigkeit und heraldische Motetten neue musikalische Maßstäbe in Europa gesetzt haben, von Oswald von Wolkenstein, der im Februar 1415 in Konstanz in das Gefolge Sigismunds aufgenommen wurde, dem Politiker,  Komponist und Sänger, der sich selbst in seinen Liedern ein Denkmal setzte, indem er seine eigene Biographie als Raufbold, Unhold, Frauenheld und politisch Reisender besang und der Nachwelt in kostbaren Sammelhandschriften mit Musik & Texten überlieferte.

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Alta Capella - Bläsermusik der Gotik
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Musik für die Habsburger
Musik für die Medici
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Musik & Tanz
Alta Danza
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Multi-Media-Produktionen
Mit himmlischem Schall und höllischem Lärm
Plus Ultra - Karl V. (1500 - 1558)
Das Tagebuch des Zorzi Trombetta

Coproduktionen
Les haulz et les bas & belladonna
Les haulz et les bas & Carles Mas
Missa Sevillana
LHB meets Michel Godard

Kinderprogramme

Die Bremer Stadtmusikanten